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Rehamanagement aktuell 12.12.2016

Integration in Arbeit für schwer Unfallverletzte

Besondere Handlungsoptionen in Komplexfällen

Hendrik Persson, Anett Reimann

Unfälle und daraus resultierende Unterbrechungen führen häufig zu gravierenden Brüchen innerhalb der Biographie. Der unfallverletzte Arbeitnehmer kann seine Aufgaben temporär oder auf Dauer nicht erfüllen. Arbeitgeber müssen den Ausfall des Mitarbeiters mit teilweise hohem Aufwand kompensieren. Wie lange oder ob der Ausfall des Unfallverletzten für die ausgeübte Tätigkeit sogar dauerhaft sein wird, ist für den Arbeitgeber schwer kalkulierbar. Dies ist nur eine von vielen Tücken, die prägend sind für den schwierigen Return-to-work nach einem schweren Unfall. Der Beitrag befasst sich mit den Möglichkeiten, schwer Unfallverletzten den Weg zurück in die Arbeitswelt zu erleichtern. Hintergrund sind unsere Erfahrungen im Case Management der InReha GmbH mit wohnortnaher Integrationsbegleitung für Menschen mit erworbenen Hirnschädigungen und anderen schweren Unfallfolgen.
Nach einer Zeit der Heilbehandlung und Rekonvaleszenz kehrt der Unfallverletzte im Idealfall zurück an seinen Arbeitsplatz – häufig allerdings ohne gezielte Vorbereitung. In manchen Fällen scheitert die Wiedereingliederung bereits daran, dass spezifische Anforderungen nicht mehr wie gewohnt erfüllt werden können oder notwendige Anpassungen nicht vorgenommen wurden. In anderen Fällen ist die Möglichkeit der Rückkehr nicht gegeben, etwa weil der Arbeitsplatz inzwischen nicht mehr zur Verfügung steht oder das unfallbedingt veränderte Leistungsbild eine Rückkehr nicht zulässt.

Spezielle Integrationsbegleitung bei schwer Unfallverletzten
Sind die Folgen einer Unfallverletzung nicht allzu gravierend, werden in der Regel der beteiligte Sachbearbeiter, Reha-Manager oder Berufshelfer des zuständigen Sozialleistungsträgers die erforderlichen Beratungen selbst durchführen und benötigte Einzelmaßnahmen einleiten. Bei schweren Unfallverletzungen oder infolge des Unfalls komplexen Fallkonstellationen fehlenden Mitarbeitern der Träger häufig die zeitlichen Ressourcen und/oder es werden besondere, indikationsspezifische Kompetenzen benötigt. Welche Fälle anhand welcher Kriterien für eine Integrationsbegleitung durch externe Spezialisten ausgewählt werden, hängt primär von internen Entscheidungsstrukturen bei den Trägern ab.

Ist der Bedarf gegeben, einen schwer Unfallverletzten mit spezieller Kompetenz zu betreuen, sollte dies immer zum frühestmöglichen Zeitpunkt geschehen. Insbesondere bei Schwer-verletzten sollte bereits vor der Entlassung aus der medizinischen Re-habilitation der direkte Kontakt zu den behandelnden Ärzten und Therapeuten in der Klinik gesucht werden, um wertvolle Hinweise für den beruflichen Eingliederungsweg zu erfragen. Kriterien für die Einbeziehung externer Spezialisten bei komplexen Unfallfolgen können sein:

· erworbene Hirnschädigung, zum Beispiel Schädel-Hirn-Trauma (SHT)
· psychische/psychosomatische Folgeschäden, zum Beispiel bei Problemen in der Traumaverarbeitung
· erhebliche verbleibende Unfallfolgen, etwa nach Polytrauma
· Mehrfachdiagnosen, die in der Summe zu Komplikationen führen
· Mischung aus Gesundheitsschaden, Konflikten im Reha-Verlauf und/oder sozialen Problemen

Besonders schwere und komplexe Verletzungen erfordern eine Bündelung verschiedener Kompetenzen, um möglichst optimal die Ziele der Wiederherstellung der Gesundheit, Rückkehr an den Arbeitsplatz und Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft zu erreichen. Diese Aufgaben übernehmen in erster Linie spezialisierte Rehadienstleister sowie weitere, überregionale Kompetenznetzwerke mit besonderen Erfahrungen in der Rehabilitation Unfallverletzter. Die InReha beispielsweise ist so aufgestellt, dass alle Kompetenzfelder hinsichtlich des Wissens um die Verletzungsarten und Interventionsformen in einer zentralen Koordination gebündelt vorhanden sind. Diese unterstützt die regionalen Integrationsbegleiter in einem 4-Augen-Prinzip.
Lesen Sie weiter unter: http://www.inreha.net/hamburg/presse.html. Hier steht Ihnen der komplette Artikel zum Download zur Verfügung.




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