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Neuigkeiten zum Persönlichen Budget − 05. Nov. 2013


InReha möchte zur verstärkten Nutzung von Persönlichen Budgets ermutigen und verbreitet daher aktuelle Informationen aus dem Infodienst 05-2013 der Bundesarbeitsgemeinschaft Unterstützte Beschäftigung (BAG UB).

Im Rahmen des vernetzenden Rehamanagements bei unfallverletzten oder durch Krankheit gehandicapten Menschen sollten die besonderen Möglichkeiten zur Einflussnahme auf die Kostenträger intensiv genutzt werden, um Vorbehalte gegen das Persönliche Budget auszuräumen und eine möglichst trägerübergreifende Gewährung anzuregen.

Im Falle von Fragen zur Umsetzung steht die InReha Hauptverwaltung gerne zur Verfügung oder vermittelt an kompetente AnsprechpartnerInnen in den Regionen.

1. Umsetzung und Akzeptanz des Persönlichen Budgets - Endbericht BMAS

Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) hat die Prognos AG im Jahr 2010 mit der Durchführung einer Untersuchung zur Umsetzung und Akzeptanz des Persönlichen Budgets beauftragt. Durch umfangreiche Informations- und Datenerhebungen sowohl bei den Leistungsträgern und –anbietern, als auch bei Nutzerinnen und Nutzern des Persönlichen Budgets, werden Hintergründe der Beanspruchung dieser Leistungsform sowie Erfolgsfaktoren und Hemmnisse für ihre Verbreitung in der Zielgruppe identifiziert.

Aus den Schlussfolgerungen und Empfehlungen (s. S. 88ff.):

"Die Erhebung bei den Leistungsträgern hat gezeigt, dass die Zahl der Persönlichen Budgets in den Jahren seit Einführung des Rechtsanspruchs stark zugenommen hat. Zugleich wurde jedoch auch deutlich, dass das Persönliche Budget mit einer Zahl von rund 14.500 im Jahr 2010 gemessen am gesamten Leistungsgeschehen noch immer eine geringe Verbreitung aufweist.

Wenn Persönliche Budgets realisiert werden, dann sind die Leistungsberechtigten hiermit sehr zufrieden und nehmen einen deutlichen Zugewinn an Selbstständigkeit und Selbstbestimmung wahr.

Das Persönliche Budget wird von der überwältigenden Mehrheit der bisherigen Budgetnutzerinnen und -nutzer den Sachleistungen vorgezogen. Dies hat die schriftliche Befragung der Nutzerinnen und Nutzer eines Persönlichen Budgets zweifelsfrei ergeben.

Die Befragung zeigt auch, dass das Persönliche Budget von Menschen mit sehr verschiedenen Beeinträchtigungsarten genutzt wird und es daher keine oder kaum "natürliche" Beschränkungen gibt.

Handlungserfordernisse:
  • Unter Menschen mit Behinderungen, ihren Familien und gesetzlichen Betreuerinnen und Betreuern gibt es Unsicherheiten gegenüber dem Persönlichen Budget, die ihre Ursachen zum Teil in fehlendem Wissen haben.
  • Bei einigen Leistungsträgern gibt es Vorbehalte und Widerstände gegenüber dem Persönlichen Budget.
  • Menschen mit Behinderungen benötigen Unterstützung bei der Antragstellung.
  • Die Bewilligungspraxis benötigt mehr Fachlichkeit, größere Transparenz und bessere Kommunikation.
  • Die Bewilligung und die Ausgestaltung Persönlicher Budgets sind sehr uneinheitlich. Dabei fehlt es an Orientierungsmöglichkeiten für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Leistungsträger.
  • Bei Leistungserbringern und Leistungsträgern gibt es teilweise Vorbehalte gegenüber der Eignung von Leistungen für das Persönliche Budget.
  • Budgetnehmerinnen und -nehmern müssen geeignete Unterstützungsmöglichkeiten bei der Budgetverwaltung zur Verfügung stehen.
  • Durch Qualitätsrichtlinien oder Gutscheine werden die Einsatzmöglichkeiten Persönlicher Budgets eingeschränkt.
  • Persönliche Budgets werden kaum trägerübergreifend realisiert.
  • Es mangelt an aktuellen und zuverlässigen Informationen über den Umsetzungsstand Persönlicher Budgets."

Die Ergebnisse bestätigen somit vielfach die von der BAG UB dokumentierten Erkenntnisse zum Persönlichen Budget zur Teilhabe am Arbeitsleben. Download und Bestellung unter: http://www.bmas.de/DE/Service/Publikationen/Forschungsberichte/Forschungsberichte-Teilhabe/fb433.html

 

2. Persönlichen Budgets: Antwort auf Kleine Anfrage der Fraktion DIE LINKE

Information des Paritätischen

Die Bundesregierung wertet die Einführung des Persönlichen Budgets im Jahr 2008 als Erfolg. Das geht aus einer Antwort (17/14605) auf eine Kleine Anfrage (17/14505) der Fraktion DIE LINKE hervor. Bis Ende 2010 hätten mehr als 14.000 Menschen ein Persönliches Budget beantragt, gegenwärtig könne man von ungefähr> 20.000 Persönlichen Budgets in Deutschland ausgehen, schreibt die Regierung.

Zu der Frage, ob sie ein bundeseinheitliches Bedarfsfeststellungsverfahren für nötig halte, schreibt die Regierung: Entscheidend sei nicht das Verfahren, sondern dass die Bedarfsfeststellung nach einheitlichen Maßstäben erfolgt. Denn ein bundeseinheitliches Verfahren berge die Gefahr, die Leistungsberechtigten in ihren individuellen Bedarfen zu benachteiligen. Deshalb habe die Bundesregierung eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben, deren Ziel es ist, die derzeit eingesetzten Verfahren zur Bedarfsermittlung zu erfassen und systematisch aufzubereiten. Daraus sollten Empfehlungen abgeleitet werden, wie die berufliche Rehabilitation von Menschen mit Behinderungen zukünftig individueller und effizienter erfolgen kann, erläutert die Bundesregierung.


3.  Persönliches Budget "Best Practice"

Information des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales

Die Broschüre informiert anhand der alltäglichen Praxis, wie und wo das Persönliche Budget angewendet wird. In 54 unterschiedlichen Beispielen berichten die Leistungsempfänger selbst, welche Erfahrungen sie gemacht haben und wie sie das Persönliche Budget nutzen. Download und Bestellung unter: http://www.bmas.de/DE/Service/Publikationen/a757-broschuere-best-practice.html?

 

4. Broschüre: Persönliches Budget

Information des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales

Die Broschüre informiert über die neue Leistungsform des Persönlichen Budgets. Das Persönliche Budget bietet Leistungen zur Teilhabe an. Es richtet sich an Menschen mit Behinderungen und auch an Menschen, die von Behinderung bedroht sind. Das Wunsch- und Wahlrecht der behinderten Menschen steht dabei im Vordergrund.

In der Broschüre wird erklärt, was das Persönliche Budget ist, wo man es bekommt, welche Bedingungen erfüllt werden müssen. Es gibt weiterhin den Bereich mit Fragen und Antworten, die entsprechenden gesetzlichen Grundlagen und drei Fallbeispiele. Der hintere Teil der Broschüre ist in 'leichter Sprache' geschrieben und erklärt sehr einfach, wie das Persönliche Budget genutzt werden kann.

Zum Herunterladen (Download) bieten wir die beiden Sprach-Varianten getrennt an. Download und Bestellung unter: http://www.bmas.de/DE/Service/Publikationen/a722-persoenliches-budget-broschuere.html?cms_et_cid=2&cms_et_lid=9&cms_et_sub=DE/Service/Publikationen/a722-persoenliches-budget-broschuere.html

 

5. Praxisinformationen zum Persönlichen Budget in der REHADAT-Datenbank

Bei der Suche in REHADAT (www.rehadat.info) nach "persönliches Budget" gibt es Ergebnisse in folgenden Bereichen:

Bitte klicken Sie auf die Links, um die Ergebnisse anzusehen.

 

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