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Aus der Praxis – für die Praxis

Unter diesem Motto möchte InReha auf Arbeitshilfen und Veranstaltungen hinweisen, die für Rehabilitationsberater, Case Manager und Sachbearbeiter im Personenschaden gleichermaßen von Interesse sein können.

 

1. "Wenn die Neuronen Sonderschicht machen – Wie sich die berufliche Teilhabe von Menschen mit Epilepsie gestalten lässt"

REHADAT hat die erste Broschüre seiner neuen Wissensreihe mit dem Titel "Wenn die Neuronen Sonderschicht machen. Wie sich die berufliche Teilhabe von Menschen mit Epilepsie gestalten lässt", veröffentlicht. Die Broschüre kann kostenlos unter www.rehadat.de/wissensreihe/epilepsie.pdf herunter geladen werden.

Neben Grundinformationen über die Krankheit erfährt der Leser, wie Epilepsie sich auf das Berufsleben auswirken kann. Zum Beispiel, ob der Arbeitnehmer seinen Arbeitgeber über die Krankheit informieren muss, wie die Arbeitssicherheit gewährleistet wird oder welche Hilfsmittel eingesetzt werden können. REHADAT will mit seiner neuen Wissensreihe praxisnah darstellen, wie sich die berufliche Teilhabe von Menschen mit Behinderung oder Erkrankung konkret gestalten lässt. Medizinisches Basiswissen und Lösungen für individuelle Arbeitsgestaltungen werden vermittelt.

Zielgruppe der Wissensreihe sind alle Fachleute, die an der beruflichen Teilhabe von Menschen mit Erkrankung oder Behinderung beteiligt sind sowie Arbeitgeber und betroffene Arbeitnehmer selber. REHADAT ist das zentrale Informationsangebot zur beruflichen Teilhabe von Menschen mit Behinderung und ist ein Projekt des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln, das vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales gefördert wird.

Quelle: REHADAT-Pressemitteilung 04/2014 vom 01.09.2014

 

2. Reha-Update Fortbildungsveranstaltung des RFV zum Thema "Neurologische Reha"

Der Rehabilitationswissenschaftliche Forschungsverbund Freiburg/Bad Säckingen, gefördert von der Deutschen Rentenversicherung Baden-Württemberg/Rheinland-Pfalz/Saarland, veranstaltet im Rahmen seiner Fortbildungsreihe am Freitag, 17. Oktober 2014, von 13.30 bis 17.30 Uhr, im Hörsaal des Institut für Psychologie, Engelbergerstr. 41 in Freiburg eine fachliche Fortbildung zu (fast) allen Themenbereichen der neurologischen Rehabilitation. Die Teilnahme kostet € 20.

Thema 1: Übersicht über die Versorgungsstruktur

Die meisten Patienten in der neurologischen Rehabilitation haben über einen begrenzten Zeitraum einen Untergang von Neuronen erlitten. Die überlebende Struktur ist im ZNS lern-, jedoch nicht regenerationsfähig. Die Aktivierung dieser Lern- und Reorganisationsfähigkeit ist das zentrale und auch Alleinstellungsmerkmal der neurologischen Rehabilitation. Nach der Akutbehandlung z.B. des Schlaganfalls oder Schädel-Hirntraumas in der Phase A folgt bei noch intensivüberwachungspflichtigen Patienten die Weiterbehandlung in der neurologischen Frührehabilitation Phase B, bei noch hochgradig pflegebedürftigen aber kooperativen Rehabilitanden in der Phase C und bei in Alltagsfunktionen weitgehend Selbständigen in der Phase D, die örtlich auch ambulant angeboten wird. An die Phase D schließt sich bei Arbeitsfähigen eine Medizinisch-Berufliche oder Berufliche Rehabilitation an.

Referent: Prof. Dr. Claus-W. Wallesch, Ärztlicher Direktor BDH-Klinik Elzach

Thema 2: Neurologische Frührehabilitation

Für die Patienten der Neurologischen Frührehabilitation muss sowohl eine intensiv-medizinische Kompetenz, als auch das spezielle Wissen um die rehabilitativen Ansätze Schwerbetroffener zur Verfügung stehen. Die meist komplexen klinischen Bilder beinhalten Lähmungen, Bewegungs- und Körperwahrnehmungsstörungen, Beeinträchtigungen des Schluckens, kognitive Einbußen, organische Psychosen und soweit eingeschränkte Organfunktionen, dass zeitgleich mit dem Beginn der spezifischen Therapie akutmedizinisch gearbeitet werden muss.

Die Bewußtseins- und Kommunikationsstörungen stellen zusammen mit der seelischen Situation besondere Anforderungen an die empathischen Fähigkeiten Reha-Teams. In der neurologischen Frührehabilitation nimmt die Betreuung der Bezugspersonen breiten Raum ein, sie ist ein fester Bestandteil der Alltagsarbeit. Das Prognosespektrum erstreckt sich vom Wiedererlangen der vollen Alltagsautonomie bis zu Palliativsituationen.

Referent: Dr. Jost Ebert, Oberarzt BDH-Klinik Elzach

Thema 3: Berufliche neurologische Rehabilitation

Die Ziele der beruflichen neurologischen Rehabilitation hängen eng mit der möglichst optimalen Teilhabe am Arbeitsleben für neurologisch Erkrankte zusammen. Die beruflich orientierte Rehabilitation wird vorwiegend im Rahmen der Heilverfahren der Deutschen Rentenversicherung angeboten, wobei spezifische berufsbezogene Maßnahmen in die medizinische Rehabilitation integriert werden. Dabei werden verschiedene Angebote kombiniert, um die Leistungsfähigkeit im Erwerbsleben wesentlich zu verbessern bzw. wieder herzustellen. Neben der berufsorientierten Diagnostik und Sozialarbeit, stehen hierbei insbesondere die Belastungserprobung in den Bereichen Büro und Handwerk unter Supervision von arbeitstherapeutisch weitergebildeten Ergotherapeuten und Neuropsychologen im Vordergrund. Unter dem Motto "Zurück in den Beruf" wird dabei auch auf die stufenweise Wiedereingliederung vorbereitet. Hierbei wird beispielsweise auf einen Pausen-strukturierten Arbeitsstil, Arbeitsplatz-verträgliche Entspannungsformen, Hilfen zu Kompensation und Adaptation, wie auch der Tages- und Wochenstrukturierung spezifisch eingegangen.

Referent: Prof. Dr. Andreas Hetzel, Chefarzt Schwarzwaldklinik Neurologie, Park-Klinikum Bad Krozingen

Thema 4: Therapeutische Pflege

Rehabilitation ist Teamarbeit. Neben die Medizin und die klassischen therapeutischen Disziplinen wie Physio-, Ergo oder Sprachtherapie tritt gleichberechtigt die Pflege, deren Handeln ebenfalls auf die Förderung der Selbstständigkeit und selbstbestimmten Teilhabe der Patienten gerichtet, mithin genuin therapeutisch ist.

Der OPS 552 versteht unter therapeutischer Pflege primär Teilleistungstraining wie Wasch- oder Anziehtraining. Bei vielen Patienten in neurologischen Frührehabilitation, die schwer in ihrer Wahrnehmung, Bewegung und Kommunikation beeinträchtigt sind und in der Regel intensivmedizinische Betreuung und Überwachung benötigen, müssen zunächst die Grundlagen für eine aktive Beteiligung an der Rehabilitation geschaffen werden. Die Maßnahmen der Pflegetherapie des Elzacher Ansatzes sind darauf ausgerichtet. Fallbezogen wird die pflegetherapeutische (Ziel-) Planung und die entsprechenden Maßnahmen bei schwerstbetroffenen Patienten vorgestellt.

Referentin: Elisabeth Müller, Stv. Pflegedienstleitung, BDH-Klinik Elzach

Thema 5: Ambulante neurologische Rehabilitation

In dem Vortrag werden die Strukturen und der Stellenwert der ambulanten neurologischen Rehabilitation in Deutschland vorgestellt. Die Vorsitzende des Bundesverbandes ambulanter/teilstationärer Neurorehabilitation e.v. (BVANR e.V.) wird die Situation der ambulanten Neurorehabilitation ausführen. Die Möglichkeiten, Indikationen und Vorteile dieser Therapieform sollen anhand von Fallbeispielen erläutert werden. Ergebnisse einer multizentrischen Studie zur Ergebnisqualität der ambulanten neurologischen Rehabilitation werden vorgestellt.

Am Beispiel des Reha-Zentrums prosper werden die Vorteile einer integrierten Versorgungskette aus neurologischer Akutmedizin und nachfolgender Rehabilitationsbehandlung dargelegt.

Referentin: Dr. Corina Kiesewalter, Oberärztin Neurologische Klinik und Reha-Zentrum prosper am Knappschaftskrankenhaus Bottropp, Vorsitzende BV ANR e.V.

Weitere Informationen unter: http://www.uniklinik-freiburg.de/rfv/reha-update.html

Quelle: Newsletter des RFV Freiburg/Bad Säckingen vom 31.07.2014

 

3. Fortbildung der Stiftung Scheuern - Menschen mit erworbener Hirnschädigung fördern und betreuen

Die Stiftung Scheuern bietet im Oktober 2014 eine Fortbildung für alle an, die mit der Assistenz und Betreuung von Menschen mit erworbener Hirnschädigung beauftragt sind. Das Seminar beinhaltet grundlegende Informationen über den Aufbau und die Funktionsweise des Gehirns, über neurologische Erkrankungsformen und Funktionseinbußen, stellt therapeutische Ansätze aus Neuropsychologie, Ergotherapie, Logopädie und Psychotherapie vor und reflektiert anhand von Beispielen aus der Praxis konkrete Förder-, Kompensations- und Adaptionsmöglichkeiten.

Termine und Veranstaltungsort:
Donnerstag, 9.10.2014 von 8.00 bis 18.00 Uhr
Freitag, 10.10.2014 von 8.00 bis 15.30 Uhr
Samstag, 11.10.2014 von 8.00 bis 17.15 Uhr
Samstag, 17.1.2015 von 8.00 bis 13.30 Uhr
in den Tagungsräumen der Stiftung Scheuern, Am Burgberg 16 in 56377 Nassau

Referenten:
Prof. Dr. Norbert Dahmen, Fachklinik Katzenelnbogen, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie
Dr. Hildegard Hidalgo, Neurozentrum Rhein-Lahn an der Fachklinik Katzenelnbogen, Fachärztin für Neurologie
Anna Mischko, Praxis für Ergotherapie Tim Töller, Staatlich anerkannte Ergo- und Bobath-Therapeutin
Stephanie Baumann-Emmel, Daniel Meurer, Logopädische Praxis Wortschatz, Staatlich examinierte Logopäden
Carina Gräbke, Sonja Behnke, Ralf Maas, Therapiezentrum Stiftung Scheuern, Staatlich geprüfte Physio- und Bobath-Therapeuten

Anmeldung und Kosten: 
bis zum 01.10.2014 unter Tel. 02604 979-146, Michelle Hartenfels. Das Seminar kostet inklusive Imbiss und MwSt. 180,-€.

Weitere Informationen unter : http://www.stiftung-scheuern.de/fileadmin/downloads_relaunch/Flyer_INTEGRA_FoBi_Final_2014_Monitor.pdf

Quelle: NeuroLetter 2014 | 213 vom 06.08.2014

 

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